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Lyriker    Erzähler    Essayist

 

PROBEN

Dazan

Über die Hügel der Steppe, 
Schafe und einsame Reiter 
schieben sich langsam die Wolken, 
dunstige Daunen des Sommers.

Golden und weiß leuchten Tempel, 
Steintier und Suburgan auf im 
Weiten, und unter dem Schmuckdach 
hören wir Singsang der Mönche.

Jeder kann nahen und schauen, 
Freuden entsagen, doch nicht der 
Freundlichkeit. Was wir vermögen, 
nehmen wir an, geben es weiter.

Alles geschah mir schon früher, 
wird mir auch wieder geschehen. 
Neben mir wanderst du lächelnd, 
bist in der Ferne mir nahe.

                                             1978

 

Die Berge Asiens

Das Flammenrot der Teppiche. Das Mahl
mit Fleisch und Kumys nach Nomadenweise. 
Ich trete aus der Jurte in das Tal 
hinaus, wo Geier ziehen ihre Kreise. 
Heu ist geschichtet, daß die Winternot 
nicht mehr den Herden und den Menschen droht. 
Sanft wölben sich die grünen Hügelreihn; 
dahinter Berge; und darüber blau, 
zerfurcht und übergroß die Welt aus Stein: 
so steilt sich dreifach auf der Alatau.
Ich setz mich zu den Fahrern in das Gras, 
den Mensch zu denken, was er ist und sei. 
Die Berge Asiens mit ihrem Maß 
bestimmen auch mein kurzes Leben neu.

1974

 

 

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