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Im Weiten der Vogel

Im Weiten der Vogel, sich werfend, ein Pfeil.
Wovor auf der Flucht? Vor welcher Wut?
Verscheucht ihn der Winter? Entrann er der Glut?
Hilf Himmel, dass kein Zyklon ihn ereil,

aus brodelndem Schlot kein giftiger Rauch,
dass er im Strom des Verfließens behalt
noch lange die leichte, die schöne Gestalt,
sein Fliegen sich wiederhole, ein Hauch.

Die Flügel gebreitet, gleitet er hin
auf kreisenden Winden, steuert geschickt,
geführt vom Auge, das denkend erblickt.

Im Weiten der Vogel trägt unsern Sinn,
die Erde zu schonen als freundlichen Raum,
als wogendes Feld und blühenden Baum.

2007

Lächeln

Ein Lichtstrahl, der auf düstre Landschaft fällt,
so gleitet Lächeln über ein Gesicht.
Leicht schwinden Trauer, Ängste und Verzicht
dem, der sich andern öffnet und der Welt.

Die Hoffnung, welche aus dem Leiden tönt
verlorner Völker, scheint im Lächeln wider,
das wie die Sagen ist und wie die Lieder
und ein Gesicht verwandelt und verschönt.

Das Tiefste, was ein Weiser je gedacht,
der Gier entsagend, doch der Liebe nicht,
ist Güte, die aus einem Lächeln spricht.

Vernunft jedoch, die sich zunichte macht,
dem Leben feind, dem Sinn, der uns noch bleibt –
ach, dass das Lächeln nicht ins Leere treibt.

2008

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