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Träume

Besternte Handelswege in dem Sande,
Kamele mit den Lasten des Genusses,
die Tempel an dem Lauf des großen Flusses
und Dschunken auf den Wogen bis zum Rande
des bunten Erdteils der geschnitzten Türen
sind für die hier Gebornen Welt und Erbe.
Doch dann wird Sklaven machen zum Gewerbe.

Bis, die sie holten, in die Freiheit führen.
Was sie auch tun, wofür sie immer streiten,
ihr Traum wird sie und andere begleiten.

Auch hier, wo unsre Ahnen sich erhoben,
Geräte nutzten und das Wort erfanden,
sind Träume Nahrung für die Toten oben

und für die Lebenden, die sich verbanden.

2010

Lächeln

Ein Lichtstrahl, der auf düstre Landschaft fällt,
so gleitet Lächeln über ein Gesicht.
Leicht schwinden Trauer, Ängste und Verzicht
dem, der sich andern öffnet und der Welt.

Die Hoffnung, welche aus dem Leiden tönt
verlorner Völker, scheint im Lächeln wider,
das wie die Sagen ist und wie die Lieder
und ein Gesicht verwandelt und verschönt.

Das Tiefste, was ein Weiser je gedacht,
der Gier entsagend, doch der Liebe nicht,
ist Güte, die aus einem Lächeln spricht.

Vernunft jedoch, die sich zunichte macht,
dem Leben feind, dem Sinn, der uns noch bleibt –
ach, dass das Lächeln nicht ins Leere treibt.

2008

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